Adipositas und Kinderschutz

 *Eine Aktualisierung der Ankerbeispiele ist zur Zeit in Arbeit

 

Um eine Kindeswohlgefährdung einschätzen zu können, gibt es das Instrument des Kinderschutzbogens. Um Fachkräften Einschätzungen und Bewertungen zu erleichtern, wurde ein Orientierungskatalog erarbeitet, in dem die Kriterien bzw. Merkmale mit „Ankerbeispielen“ hinterlegt wurden (http://sfbb.berlin-brandenburg.de/sixcms/detail.php/bb2.c.462833.de). Diese unterstützen Fachkräfte dabei, sich ein entsprechendes Bild von der Situation des Kindes zu machen. Allerdings zeigte sich darüber hinaus die Notwendigkeit, adipositas­spezifische Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung zu benennen, da die allgemeinen Kriterien bestimmte störungsspezifische Risiken und Gefährdungsmomente im Kontext der Adipositas nicht abdeckt. Diese neuen Ankerbeispiele „ADI­-PLUS“ wurden unter Mitarbeit von Babeluga e.V. entwickelt.

Die Ankerbeispiele „ADI-PLUS“ sind auf Initiative von Dr. PH Petra Rücker als krankheitsspezifische Ergänzung des Kinderschutzbogens zur Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung adipöser Kinder und Jugendlicher entwickelt worden. Daran waren alle Berufsgruppen des Adipositas-Teams im SPZ der Charité – Universitätsmedizin Berlin, sowie weitere Expertinnen beteiligt:

Sozialpädagogik:

Die Sozialpädagogin und Gesundheitswissenschaftlerin Dr. PH Petra Rücker hat den Prozess initiiert,  die Ankerbeispiele „ADI-PLUS“ mit formuliert, einen Fachtag zum Thema organisiert und die Publikation federführend erarbeitet.

Medizin:

Die Kinderärztinnen PD Dr. Susanna Wiegand, Dr. Almut Dannemann, Dr. Birgit Jödicke und Annika Bickenbach haben die Möglichkeiten körperlicher und psychosozialer Beeinträchtigung durch Adipositas beschrieben und in die Ankerbeispiele „ADI-PLUS“ eingebracht.

Ernährung:

Die Diplom-Oecotrophologinnen Dr. Anne-Madeleine Bau, Juliane Irmler, Tanja-Maria Radzuweit und Christiane Röhling haben die Ankerbeispiele „ADI-PLUS“ zum Thema Ernährungsverhalten differenziert und präzisiert.

Psychologie:

Die Kinder- und Jugendtherapeutinnen Martina Ernst und Loretta Ihme (in ihrer damaligen Funktion als Kinderschutzkoordinatorin der Charité – Universitätsmedizin Berlin) haben insbesondere die psychologischen Auswirkungen der Adipositas bei Kindern und Jugendlichen erarbeitet und in die Ankerbeispiele „ADI-PLUS“ eingebracht.

Kinderkrankenpflege:

Die Kinderkrankenschwestern Antja Dohrmann, Conny Behrendt-Roh und Anne Slupinski haben Aspekte der Kinderkrankenpflege ergänzt.

Externe Expertinnen:

Prof. Dr. Beate Galm vom Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Soziale Arbeit der Hochschule Darmstadt sowie Dr. Renate Schüssler von Babeluga e.V. brachten ihre Expertise in allen Bereichen der Ankerbeispiele „ADI-PLUS“ ein.